Das Skandaljahr 2007 hat seinen Höhepunkt erreicht: Der Träger des Gelben ist raus! Rasmussen - der Gewinner der heutigen Etappe und Gesamtführende - wurde von seinem Team Rabobank mit sofortiger Wirkung entlassen und beendet somit die grosse Schleife. Begründet wurde dies mit der Verletzung der internen Regeln des Rabo-Rennstalls (Rasmussen hatte während der Vorbereitung auf die Tour falsche Angaben zu seinem Aufenthaltsort gemacht und entging so Dopingtests), als Reaktion auf die Diskussionen der letzten Tage hat der Sponsor angeblich Druck auf die Teamleitung ausgeübt. Contador, der Zweite im Gesamtklassement, geht also im gelben Trikot an den Start der 17. Etappe.

Was für ein Tag! Nachdem erst am Startort der 16. Etappe ein kleiner “Rasmussen-Boykott” für Gesprächsstoff sorgte, explodierten zwei Sprengsätze an der Strecke, Morenis positives Testergebnis von der 11. Etappe wurde bekannt und das Team Cofidis fuhr anschliessend nach Hause. Auch die Zuschauer wollten dem Dänen angeblich nicht mehr zujubeln. Und nun das! Aber Mademoiselle hatte es ja schon geahnt:

Der als miserabler Zeitfahrer bekannte Rasmussen zeigte am vergangenen Samstag eine bemerkenswerte Leistung. Die Kommentatoren waren verwundert. Nicht minder die Autorin dieser Zeilen, die sich schon darauf eingestellt hatte, nach der Ankunft Valverdes (dem vorletzten Starter) dreimal um den Block joggen zu können, bevor der Gelbe ins Ziel einfahren würde. Doch weit gefehlt: Rasmussen überholte den fürs Gesamtklassement hochgehandelten Caisse D’Epargne-Fahrer, der drei Minuten vor ihm gestartet war. Damit hatte niemand gerechnet.

Es heißt zwar, das Maillot Jaune verleihe Flügel. Doch sah dies mehr nach einem Düsenantrieb aus. Dazu kamen die starken Auf- und Antritte aus anderen Etappen, ein nimmermüder noch -satter Gelber, die Streichung Rasmussens aus der dänischen Nationalmannschaft durch den dänischen Verband wegen seiner Versäumnisse der Meldepflicht und eine Blutbeutelschmuggel-Geschichte. So fragte man sich immer öfter: Ist etwas faul beim Starter Dänemarks? Rasmussen gab sich als Unschuldslamm.

Jaja, Tränen lügen nicht. Dänen hingegen - denken wir auch an Bjarne Riis - können das offenbar ganz gut… Keine Tränen jedenfalls für Rasmussen bleiben
Eurer Christine Boyer

3 Responses to “Der Nächste bitte: Rasmussen gefeuert!”

  1. Alice im Wunderland:

    0 Kommentare? Da fehlen wohl nicht nur mir die Worte…


    comment at 27. Juli 2007
  2. ct:

    Wird hier denn gar nicht über die Deutschland-Tour berichtet? Es gab Zeiten, da wurde Jens Voigt so sehr verehert, da durfte ich nicht mal sein Trikot anziehen…


    comment at 17. August 2007
  3. Christine Boyer:

    Mein lieber ct,

    mal unter uns: Es hat schon seinen guten Grund, warum das besagte Trikot in einem Schließfach in der Schweiz liegt! Da kommt so leicht keiner ran!

    Auch wenn der “Voigte” von Mademoiselle für seine Ausreißqualitäten hoch geschätzt wird, die Deutschland-Tour spielt hier keine Favoritenrolle. Schließlich hat selbst Christine Boyer ein Leben außerhalb des Radsports - und so konzentriert sie sich in ihrem Blog lieber auf das einzig wahre Rennen! Alors:

    Vive le tour!


    comment at 20. September 2007